FAQ

Häufig gestellte Fragen (FAQs) an Dr. med. Torsten Milsch, Psychoanalytiker


Vor der Aufnahme einer tiefenpsychologisch-fundierten oder analytischen Psychotherapie.

Woran erkenne ich, dass ich eine Therapie benötige?

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Anzeichen (Indikatoren), einige davon sind:
  • Ihre traurigen oder ängstlichen oder verzweifelten oderunsicheren Gefühlen
  • Ihre mangelnden Fähigkeit, für Sie selbst eine Erklärung oder gar eine Lösung zu finden
  • Schlafstörungen, Reizbarkeit, mangelnder Energie, Lustlosigkeit beim Sex
  • Wiederkehrende Kopf- Herz- Rücken- Magen- Unterleibs-Schmerzen
  • körperlichen Störungen, die immer wieder auftreten, länger dauern und für die keiner Ihre  Ärzte eine körperlich begründbarer Erklärung findet.


Wie beantrage ich eine Therapie?

Sie müssen nach den Erstgesprächen Formulare für Psychotherapie bei Ihrer privaten Krankenkasse besorgen
und diese Formblätter dem Therapeuten mit der von Ihnen unterschriebenen Befreiung von der Schweigepflicht übergeben.

Der ausführlich begründete Therapie-Antrag selbst wird vom Therapeuten gestellt
und in einem verschlossenen Umschlag von der Krankenkasse einem Gutachter mit dem Begutachtungsauftrag übersandt.
Dieser Gutachter gehört nicht der Kasse an, ist also neutral.


Aus welchem Grund halten Sie 5 Probesitzungen für notwendig?

Um entscheiden zu können, ob eine Therapie medizinisch notwendig und von der Krankenkasse zu bezahlen ist,
muss der Therapeut sich ein eigenes, diagnostisches Bild vom Patienten und seinen Beschwerden machen.
Diese Klärungen sind Grundlage seines evtl. Therapieantrages für den Gutachter.

Ebenso muss der Patient sich ein Bild vom Therapeuten machen und für sich entscheiden können,
ob er überhaupt mit diesem Therapeutenarbeiten kann – ob also z. B. die Chemie zwischen beiden stimmt.

In den Probewochen können Patient und Therapeut prüfen, ob die angewandte Methode
und die gezogenen Schlüsse des Therapeuten dem Patientenschon weiterhelfen.
Vielleicht ist ja auch eine andere Methode und/oder ein anderer Therapeut/-in
für diesen Patienten und seine Symptome besser?

Weiter ist es wichtig, die Länge der geplanten Therapie gemeinsam zu klären und festzulegen.
Patienten neigen meist dazu, die Länge der notwendigen Arbeit deutlich zu unterschätzen.


Wie viele Minuten umfasst eine Therapiestunde?

Eine Therapiestunde hat mindestens fünfzig Minuten, als Doppelstunde 100 Minuten.


Über welchen Zeitraum erstreckt sich eine Therapie?

Die genaue Dauer einer Therapie ist vor Beginn naturgemäß nicht festlegbar.
Der innere Prozess bei jedem Patienten hat seine eigenen Wege,
seine eigene Entwicklung und seine eigenen Widerstände.

Dafür gibt es Knotenpunkte der Therapie, an denen nach einer gewissen Dauer das bisher Erreichte
gemeinsam betrachtet und eine Entscheidung über die möglicherweise zu beantragende Verlängerung getroffen wird.

Typisch für diesen Prozess ist die Beschreibung von UTE, 53J. unter Patienten-Stimmen.


Kurz-Psychotherapie

bis 25 Sitzungen, Ziel: aktuelle Neu-Orientierung 1/2 Si /Woche bei 0,5 Jahren Dauer.


Tiefenpsychologisch-fundierte PT

60-100 Sitzungen, Ziel: partielle Neu-Strukturierung 1 Si /Woche bei 1,5 Jahren Dauer.


Analytische Psychotherapie

160-300 Sitzungen: vertiefte Um- Strukturierung 2-3 Si / Woche bei ca. 2-3 Jahren Dauer.


Welche Bedeutung hat meine Therapie für meine Partnerschaft und Freundeskreis?

Jede wirksame Therapie hat deutliche Auswirkungen auf die Beziehung des Patienten zu sich selbst,
seiner Familie und seinen Freunden, sowie seine bisherigen Konfliktlösungs- Symptome und –Strategien.
Er wird sich in seinem Alltagsleben immer deutlicher verändern und mit sich selbst und den anderen deutlich anders umgehen.

Eine bisher sehr nachgiebige Mutter, die ihren Kindern allesabgenommen und sie verwöhnt hat,
wird jetzt aufgrund ihrer neuen Grenzen von ihren Kindern mehr Leistung und Eigeninitiative verlangen und einhalten.
Die Kinder werden sich sehr wundern, vielleicht rebellieren, sich schließlich aber freuen.

Ihrem Mann gegenüber wird diese Frau auf mehr Hilfe im Haushalt achten, eine befriedigende Teilzeittätigkeit beginnen
und sich Selbst auch im Gespräch und beim Sex selbstbewusster zeigen.

Eine wirksame Therapie umfasst also immer auch das gesamte Umfeld eines Patienten.
Von diesem werden weiterhin schädig endende Beziehungen wie zum Partner oder zu sog. Freunden, endlich beendet.
Dafür werden immer mehr stimmige und sogar glückliche Beziehungen gefunden und auch dauerhaft gestaltet.


Wie wichtig ist meine eigene Mitwirkung und Motivation für die Therapie?

Die eigene Motivation und Mitwirkung ist das wesentliche Element einer Therapie.
Der Therapeut kann nur Anstöße geben, die eigentliche Arbeit findet im Alltag draußen,
in Phantasien und besonders auch in nächtlichen Träumen statt.
Hier kann der Patient seinen Therapiefortschritt selbst gut feststellen.


Muss ich in meiner Therapie wirklich alles sagen?

Im Prinzip ja, denn die analytische, wie auch die tiefenpsychologisch-fundierte  Psychotherapie
basiert im Wesentlichen auf der Methode der „Freien Assoziation“:
Sagen Sie also in der Stunde alles, was Ihnen gerade durch den Kopf geht,
egal, ob Sie es für wichtig oder unwichtig halten, sich dessen schämen, darüber freuen oder ärgern.

So können Sie immer wieder selbst feststellen, dass hinter sogenannten „Kleinigkeiten“
gerade in Beziehungen die größten Konflikte lauern und nur durch dieses konsequente Aufdecken
hervorgebracht, besprochen und gelöst werden können.

Dabei werden Sie im Verlauf ihrer Therapie feststellen, dass es Ihnen immer besser dabei geht,
wenn sie den Grundsatz der „Freien Assoziation“ ernst nehmen und befolgen:
Ihre eigenen Gefühle werden vertrauter Teil ihres Inneren, sie finden eigene Wege und Möglichkeiten
mit Hilfe ihrer stimmigen Gefühle, wo Sie sich vorher rat- und hilflos gefühlt haben.

Sie verstehen immer mehr den Sinn meines Praxis- und Gesellschafts- Konzeptes:
Besser Selbst-Beziehungs-Bestimmt als fremd-beziehungs-gesteuert.

Auch die Vorgabe:
“Ich fühle aufmerksam mich selbst, dann sorge ich hier und jetzt gut für mich und andere
nach meinen stimmigen Gefühlen mit Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit.“
erfüllt sie immer mehr mit Freude und Hoffnung auf eine positive Zukunft.

Natürlich kann niemand gleich alles besprechen, auch wenn er es rational glaubt und ohne Punkt und Komma redet.
Vertrauensentwicklung zwischen Patient und Therapeut ist erst notwendig.
Diese dauert zwischen einem halben und einem Jahr.
Erst dann beginnt sich das Selbst-Vertrauen des Patienten zu vertiefen und zu stabilisieren.

Jeder kommt mit Misstrauen gegen sich und andere in die Therapie, daran ist er ja auch krank geworden.
Die Entwicklung von Vertrauen aber braucht ihre Zeit. Daher braucht auch die Therapie so viel Zeit.
Nur mit einem fundierten Selbst-Vertrauen gibt es Erfolge.


Gibt es während meiner Therapie Rückschläge?

In jeder ernsthaften Auseinandersetzung kämpfen alte Persönlichkeitsteile gegen das Neue.

Es ist wie im Märchen, wo der Held auch mehrere Anläufe unternehmen muss, um dann doch noch zum Erfolg zu kommen.

Alles, was Sie früher erworben haben, ist Ihnen auch mit ihren negativen Erfahrungen sehr vertraut
und an Vertrautem halten wir fest, auch wenn es uns heute schadet.
Daher geben Sie diese früher erworbenen und erlebten Eigenschaften und Lebensumstände nur ungern auf.

Daher gibt es in jeder Therapie besonders schwierige Phasen, in der das alte Verhalten zwar nicht mehr erwünscht ist,
das neue Verhalten aber noch nicht so richtig vertraut ist.
Plötzlich entdecken Sie:“ Jetzt kann ich ja gar nichts mehr richtig und bin erst recht ganz unsicher.“

Diese Unsicherheit sollte daher gerade auch von den sonst so starren Männern
als Zeichen Ihrer tiefgreifenden Veränderung bewusst zulassen und begrüßt werden.


Kann der Therapeut meine Therapie einfach so beenden?

Mit der Einleitung des Therapie-Antrags schließt der Therapeut mit Ihnen einen Vertrag,
der die Dauer der beantragten Stunden und die Befreiung von den Anfangssymptomen enthält.

Wenn Sie Ihren Teil des Vertrages erfüllen,

  • regelmäßig zu Ihren Stunden kommen,
  • die freien Assoziationen zulassen und möglichst deutlichaussprechen
  • Sie die Stunden regelmäßig bezahlen,
  • darf Ihr Therapeut die Therapie nicht einfach so beenden.


Ihr Therapeut wird selbst einen professionellen Ehrgeizhaben, Ihre Schwierigkeiten bestmögliches zu lösen helfen.
Wenn Sie am Anfang in den 5 probatorischen Sitzungen (s.o.)
auf Ihre stimmigen Gefühle dem Therapeuten gegenüber geachtet haben,
dann dürften Sie auch in der Therapieselbst in den schwierigen Zeiten eine gute Arbeitsbasis haben.


Weitere Fragen beantworte ich Ihnen gerne persönlich am Telefon täglich von 11-12 Uhr,
oder nach persönlicher Vereinbarung auch zu einer anderen Zeit.