Ute, Lehrerin, 53 J,
Ute, Lehrerin, 53 J,
zu den Gründen für die von ihr gewünschten Verlängerung und den bisher erreichten Erfolgen der Therapie nach 71 Sitzungen analytischer Psychotherapie 2x/W. Neurotische Depression, Schulspezifische Überlastung und Partner-Probleme.
Lieber Torsten,
in der letzten Sitzung hatte ich ja das Thema "Verlängerung" angesprochen. Ich greife jetzt deine Anregung auf, meine Gedanken auch schriftlich festzuhalten. Da ich ohnehin vieles von dem, was mich beschäftigt, durchs Schreiben für mich bewusster mache, kommt uns dieser Brief beiden entgegen!
Sehr bezeichnend und auch "typisch" war, dass ich dich um deine Meinung zu meinem Prozess gefragt habe. Und genauso selbstverständlich wie bei allen anderen Dingen, die ich in den Sitzungen bearbeite, hast du mir meine Frage zurückgegeben!!
So konnte ich in aller Ruhe selbst meinen Prozess ins Auge nehmen und reflektieren.
Vor etwa einem Jahr hatte ich meine ersten Informationssitzungen bei dir. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass mir die Entscheidung für die zeitaufwendigste Therapieform (2 Stunden wöchentlich über etwa drei Jahre) sehr schwer gefallen ist. Irgendwie war mir schon klar, dass ich, um ans "Eingemachte" zu kommen, sehr viel Kraft und Zeit aufbringen werden müsste.
Zum einen schreckte mich der Zeitaufwand ab. Würde ich es verkraften, zweimal wöchentlich 2 Stunden in meine ohnehin randvolle Arbeitswoche einzuplanen? Zum anderen hatte ich starke Bedenken, ob ich über einen so langen Zeitraum durchhalten würde. Ich kannte mich selber als einen Menschen, der sich schnell für eine Sache begeistert, aber Schwierigkeiten beim Durchhalten hat.
Nach einigem Hin und Her entschied ich mich dann ja für die dreijährige Therapie.
Für die beiden Termine "auf der Couch" verzichtete ich sogar schweren Herzens auf mein geliebtes Karate-Training, das wollte schon etwas heißen!
Wo stehe ich nun heute, nach knapp einem Jahr Therapie? Ich bin sehr stolz auf mich!!
Was ich nicht geglaubt hatte, ist eingetreten: Ich habe durchgehalten! Zu keinem Zeitpunkt meiner Therapie habe ich die zwei Sitzungen als zeitliche Belastung erlebt.
Im Gegenteil: Ich bin immer gerne gekommen und habe diese Stunden schlicht als Bereicherung meines Lebens wahrgenommen.
Ich glaube, dass ich wirklich kein einziges Mal auch nur den Gedanken angedacht habe, dass es sich hier um einen "Termin" handele und dass ich deswegen in Zeitnot sei.
Wie war das möglich?
Von Anfang an habe ich gemerkt, dass ich in dir endlich einen Menschen getroffen hatte, der bereit und fähig war, mich bei meinem Prozess, mein Leben endlich in die eigenen Hände zu nehmen, zu unterstützen. Nach außen hin war ich ja die gestandene "Powerfrau", die ihr Leben fest im Griff zu haben schien. Aber unter der Oberfläche sah es anders aus. Ich habe jetzt erst gelernt, mein Leben von innen her selber in die Hände zu nehmen.
Und das fühlt sich unbeschreiblich gut an!!!
Natürlich ist dieser Prozess anstrengend. Natürlich macht es Arbeit, jede Entscheidung selber zu treffen, statt auf andere zu hören. Natürlich schmerzt es, wenn ich Gefühle lebe, die wehtun. Aber natürlich erlebe ich auch die anderen Gefühle viel stärker, die mich lachen machen. Schon meine ersten Gehversuche hatten eine so nachhaltige Wirkung auf mich, dass das Durchhalten im Prozess zu keinem Zeitpunkt ein Problem war.
Hinzu kam, dass ich jede kleinste Erkenntnis in meinem Lebensalltag sofort umsetzen und üben konnte. Das wirkte sich dann extrem verstärkend auf den Prozess aus. Ich bin sensibel geworden für meine Gefühle und für mein Handeln in bestimmten Situationen. Ich erlebe mich nicht nur im privaten Bereich, sondern auch ganz auffällig in meinem Beruf freier und selbstbewusster als je zuvor.
Privat macht mir die Trennungsproblematik (die ja u.a. auslösender Faktor für meine Therapie war) keine Angst mehr, seit ich erfahre, dass ich meine eigenen Entscheidungen fällen kann und dass mir mein Verstand und meine Gefühle dabei zur freien Verfügung stehen! Der Umgang mit meinen Kindern intensiviert sich, ich mute ihnen mehr zu als früher und nehme sie damit gleichzeitig viel ernster.
Auch in der Schule erlebe ich mich seit einiger Zeit ganz anders als früher. Ich war schon immer mit Engagement und Leidenschaft bei der Sache, aber ich merke, dass ich auch hier den Schülern und den Eltern ganz anders gegenüberstehe als früher.
Mein Engagement kann ich besser dosieren, weil ich für mich selber sorge. So muss ich nicht zwangsläufig am "Burn-out-Syndrom" erkranken, wirklich erhebend!
Im Gegenzug nehme ich meine Schüler und ihre Eltern wirklich ernst! Das heißt u.a. ich mute ihnen die Dinge zu, die sie selber erledigen können und unterstütze nur soweit, wie es mir nötig erscheint.
Das macht mich frei und viel aufmerksamer für die wichtigen Vorkommnisse im Schulalltag. Ich könnte jetzt noch Seitenweise weiterschreiben...
lch kann's aber auch sein lassen!!
Am Freitag habe ich für mich entschieden, dass ich die Therapie fortsetzen will. Natürlich habe ich schon vieles gewonnen. Aber genauso natürlich weiß ich, dass ich noch so manches ans Tageslicht holen und bearbeiten muss. Ich will mich dieser Aufgabe stellen und danke dir dafür, dass du mich weiterhin unterstützen wirst.
Eine Sache will ich zum Schluss noch ansprechen, weil sie ganz neu ist und mir sehr gefällt. Ein Jahr lang habe ich im Sport ausgesetzt und immer mal daran gedacht, irgendwann weiterzumachen. Gestern war ich zum ersten Mal wieder beim Karate-Training, weil mein Wunsch danach stark genug geworden war.
Schon während des Trainings und auch danach habe ich ganz intensiv gespürt, wie glücklich mein Körper war, endlich wieder diese speziellen Bewegungen auszuführen. Meine Therapie gehört inzwischen zu meinem Lebensalltag, so dass ich mir einen festen Termin pro Woche genehmigen kann. Da ich gelernt habe, für mich zu sorgen, gehe ich nur einmal zum Training und lasse mir Zeit mit der nächsten Gürtelprüfung. Also auch hier ein deutlicher Unterschied zu früheren Zeiten. Im Geiste höre ich dich sagen: "Schön, Ute.."!
Morgen werden wir uns wieder treffen und unsere Arbeit geht weiter,
Wie schön!!!
Ute
- N.H. Lehrer, 39 J.
-
18 Monate tiefenpsychologisch-fundierter Psychotherapie mit 89 Sitzungen 1xW. Reaktive Depression nach aggressiven Bedrohungen beruflich & privat durch die ethnische Gruppe einer Gesamtschule bei fehlender Unterstützung bis hin zur Verleugnung des Bedrohungs-Potentials durch die Schulleiterin.
Weiterlesen...
Durch die eigene Weiterentwicklung und den Rückhalt in der Therapie konnte er selbst wachsenden Lösungsdruck und Hilfe bei den Vorgesetzten erzeugen. Die Versetzung an eine passende Schule mit gesünderen Arbeitsvoraussetzungen. - Ute, Lehrerin, 53 J,
-
Ute, Lehrerin, 53 J,
Weiterlesen...
zu den Gründen für die von ihr gewünschten Verlängerung und den bisher erreichten Erfolgen der Therapie nach 71 Sitzungen analytischer Psychotherapie 2x/W. Neurotische Depression, Schulspezifische Überlastung und Partner-Probleme. - Ina, Physiotherapeutin, 25J,
-
INA, Physiotherapeutin, 25J,
Weiterlesen...
Abschluss 75 Sitzungen tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie 1x/W. Differenzierte Auseinandersetzung mit ihrer Partner-Beziehung & Selbst-Findung. Depression, Berufswechsel, Abhängigkeit von Eltern und Freund mit Alkoholismus. - Fritzi, 62 J.,Hausfrau
-
FRITZI, 62 J.,Hausfrau
Weiterlesen...
Abschluss nach 53 Sitzungen tiefenpsychologisch-fundierter Psychotherapie. 1x W. Bluthochdruck, Selbstwert- Zweifel und Partner- Probleme. - Wolf, Beamter 42 J
-
Wolf, Beamter 42 J MorbusCrohn, Depressionen, Beziehungsstörungen, Einzel- und Gruppentherapie. Rückmeldung 15 Jahre nach Therapie-Ende
Weiterlesen...
Nach dem Therapie-Ende waren Sie noch viele Jahre in mir stark präsent.
